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FAQ: Zukunft
Die Zukunft von DVB-T
Wie geht es weiter?
Zweifellos werden die derzeitigen Aktivitäten bei neuen Inhalten, Anwendungen und Programmen, aber auch die stürmische Entwicklung der Mikroelektronik auch in Deutschland zu einer schnellen Belebung des Marktes führen. Wohin dabei die Entwicklung gehen wird, kann natürlich niemand genau vorhersagen. Dennoch zeichnen sich deutliche Trends ab, insbesondere z.B. auf den folgenden Sektoren: Multimedia-Anwendungen und Interaktivität; Zusammenwachsen von TV und Internet; Heimvernetzung; Speicherung und Personalisierung, und Mobilität (drahtlose Kommunikation).
Multimedia Anwendungen und Interaktivität
Interaktivität ist nicht zwangsläufig ein Zukunftsthema - Interaktivität ist auch mit heutigen Geräten und Systemen in vielfältiger Weise realisierbar. Bereits die aktuellen DVB-Standards enthalten vielseitige Möglichkeiten für Interaktivität. Dies gilt für Satellit, Kabel und Terrestrik gleichermaßen: Entsprechende Standards für alle drei Übertragungswege liegen entweder bereits vor oder stehen kurz vor ihrer Vollendung. Eine zweite, neue Ebene der Interaktivität betrifft die Multimedia-Anwendungen, die durch die Digitalisierung des Fernsehers und seiner Peripheriegeräte, wie z.B. Videorecorder, DVD- Spieler etc. möglich geworden sind. Darüber hinaus macht die Digitalisierung auch die Verbindung des Fernsehgeräts mit dem PC möglich, gewissermaßen dem 'Urvater' der Interaktivität, und - via Telefon in seinen verschiedenen Varianten - die Verbindung mit dem Internet. Dies alles sind neue Anwendungen, die über das konventionelle Fernsehen weit hinausgehen
Zusammenwachsen von TV und Internet
Durch das beschriebene Zusammenwachsen von Fernsehen und Internet verändert und erweitert sich das gesamte Umfeld für den Nutzer: Er ist nunmehr einerseits über den bisherigen Fernseh-Netzbetreiber (MPEG2 Netzwerkbetreiber) und zusätzlich - via PC - über den IP- Netzwerkbetreiber mit den verschiedenen Anbietern verbunden und hat damit ein quantitativ wie qualitativ viel größeres Angebot, aus dem er frei wählen kann.
Darüber hinaus kann der Nutzer jetzt auch selbst zum Inhalte- Anbieter werden und kann seine Daten anderen Nutzern über das IP- Netzwerk zukommen lassen. Das alles geschieht über zukünftige oder auch schon heutige (sofern sie entsprechend ausgestattet sind) Endgeräte der Consumer Electronic (CE). Über diese Geräte wachsen für den Konsumenten die Welten des Internets und des Rundfunks mehr und mehr zusammen, ohne dass er sich bewusst ist, in welcher dieser Welten er sich befindet.
Heimvernetzung
Ein weiterer deutlicher Trend ist die sogenannte Heimvernetzung. In nahezu jedem Haus, jeder Wohnung gibt es heute eine Vielzahl elektrischer und elektronischer Netze für die unterschiedlichsten Anwendungen: das Telefonnetz, das Breitbandkabelnetz, die Satelliten-Empfangsanlage, aber auch Leitungen für Klingel, Türöffner, Sprechanlage usw.! In dem Maße, wie auf diesen Leitungen und Netzen mehr und mehr digitale Signale transportiert werden, liegt es nahe, sie alle zu einem einzigen "Hausnetz" zusammenzufassen. Bestrebungen hierzu gibt es seit längerer Zeit in den unterschiedlichsten Branchen. Sie zu vereinheitlichen und zu kanalisieren war unter anderem auch das Ziel der e/home, einer speziellen Kongressmesse zu diesem Thema im letzten November in Berlin.
Bereits heute gibt es eine Reihe von - allerdings noch unterschiedlichen - Heimnetzen. Dazu gehören drahtlose 'Netzwerke' ebenso wie verdrahtete, und auch die bekannten Zugangsnetze (Kabel, Satellit, terrestrische Empfangsantenne, Telefon, GSM, ...) können in verdrahtete und drahtlose unterteilt werden. Speziell für Geräte und Anlagen der Unterhaltungselektronik wurde in den letzten Jahren das HAVi System entwickelt (Home Audio Video interoperability). Es soll z.B. Audio- und Videogeräte auch verschiedener Hersteller miteinander verbinden. Andere Systeme sind z.B. "Jini" (Java intelligent network infrastructure) von Sun Microsystems, UPnP (Universal Plug 'n Play) von Microsoft oder PLC (Power Line Communication). Um drahtlose Systeme handelt es sich bei Mulimedia-DECT, WLAN (Wireless LAN) und Bluetooth.
Allen gemeinsam sind die folgenden Trends:
٠ Nutzung vorhandener Infrastrukturen
٠ Unabhängigkeit von speziellen Infrastrukturen
٠ Mischung drahtgebundener und drahtloser Netzelemente
٠ intelligente Schnittstellen; intelligente und leistungsstarke Steuersoftware
٠ dezentrale Steuerung und dezentrale Verteilung und Nutzung von Ressource
Die Verbindung zur Außenwelt erfolgt beim HAVi System über ein residential gateway. Weitere Elemente am Netz sind eine SetTop Box, ein digitales Speichergerät, ein Harddisk-Drive, ein Camcorder und sogar ein Personal Digital Assistent (PDA), der über eine spezielle Basis-Station angeschlossen wird.
Das HAVi Hausnetz ist mit einem anderen Hausnetz, in diesem Falle mit einem UPnP Netz verbunden, an dem ein PC, ein Drucker und die gesamte Steuerung der Hausbeleuchtung hängen. Software macht es möglich!
Speicherung und Personalisierung
Die raschen Fortschritte in der Speichertechnik eröffnen dem Nutzer wiederum andere neue Anwendungsmöglichkeiten, die am treffendsten mit dem Begriff "Personalisierung" umschrieben werden können. Neuartige SetTop Boxen mit eingebautem (oder externem) Festplattenspeicher können nicht nur laufende Sendungen aufzeichnen und gleichzeitig ein anderes (aufgezeichnetes) Programm wiedergeben, sondern sind in der Lage, mit Hilfe einer entsprechenden Software aus den vielfältigen Rundfunkprogrammen der verschiedensten Anbieter nach bestimmten Kriterien automatisch, d.h. ohne Zutun der Nutzers, ein eigenes Programm zusammenzustellen. Man spricht auch von einem Personal Videorecorder (PVR).
Dieses muss nicht unbedingt eine interne Funktion der SetTop Box sein, sondern kann auch ein separates Gerät innerhalb des Heimnetzwerkes sein. Wesentliches Element ist auch hier wieder die Software, nämlich die sog. "Speicher Software Engine", die diese automatische Speicherung nach vorgegebenen Kriterien ermöglicht. Dabei digital codierten Inhalten eine Kopie qualitativ so gut wie das Original ist, wird hier auf Kopierschutz besonders geachtet werden. Dementsprechend muss auch eine entsprechende Kopierschutz-Software vorhanden sein. Einzelheiten dazu werden derzeit intensiv von DVB diskutiert.
Die Nutzungsmöglichkeiten dieser Personalisierten Speicherung sind vielfältig. Neben der Möglichkeit, gleichzeitig aufzeichnen und wiedergeben zu können, scheint insbesondere die automatische Programmzusammenstellung ein interessantes und ausbaufähiges Zukunftsfeature zu sein.
Drahtlose Kommunikation von morgen
Der einzigartige Erfolg des Mobiltelefons reflektiert zugleich den Wunsch nach Unabhängigkeit und den Trend zur mobilen Informationsgesellschaft. Dieser Erfolg wiederholt sich offenbar bei allen mobilen Informationssystemen: Von Broadcasting- Diensten über "schnellere" Mobilfunkangebote bis zu drahtlosen LANs oder Mikrofunknetzen im Heim. Erst recht die Kombination derartiger Systeme ermöglicht neuartige Anwendungen und Dienste.
Für die mobile oder portable Nutzung von Broadcast- Kanälen zur Datenübertragung bietet sich die für das digitale terrestrische Fernsehen entwickelte und weltweit akzeptierte Technik (DVB-T) an. Denn erst in der einerseits mobilen und andererseits multimedialen Nutzung dürfte der eigentliche Sinn von DVB-T und damit der Grund liegen, weshalb digitale portable Geräte überhaupt entwickelt, gefertigt - und schließlich gekauft werden.
Für die Einführung und Nutzung neuer Datendienste ist a priori auch kein Rückkanal erforderlich, denn (lokale) Interaktivität lässt sich - wie das Beispiel "Videotext" zeigt - mit Hilfe eines (lokalen) Speichers im Gerät realisieren. Allein durch Downloading bzw. durch IP Push- Dienste können mit DVB-T neuartige, auf Datenübertragung basierende Informationen angeboten und quasi interaktiv (gegenüber dem lokalen Speicher) genutzt werden. Beispiele sind das Herunterladen von Katalogen für Shoppingdienste, von permanent aktualisierten Zeitungsseiten oder auch das von Loewe und dem ZDF vorgestellte Home-Multimedia-Konzept. Es definiert eine Internet-Kennung als offenen Standard: Internet-Seiten, deren Adressen im Programm eingeblendet werden, können mit Hilfe der Fernbedienung per Tastendruck sofort auf dem Bildschirm dargestellt werden. Die Nutzung von IP Push- Diensten, aber zusätzlich auch echtes Surfen im Internet durch Interaktion via Rückkanal, ermöglichen Geräte wie der von Nokia vorgestellte "Mediascreen". Dieser batteriebetriebene, portable/mobile Prototyp mit LCD-Bildschirm verbindet DVB-T und das digitale Mobiltelefonsystem GSM zum "Service-on-Demand"-Terminal. Das Gerät verfügt über eine eigene Telefonnummer sowie eine IP- Adresse und bietet sowohl interaktiven Zugang zum Internet als auch zu ausgewählten Internetseiten, die der Broadcaster innerhalb des digitalen TV-Datenstroms anbietet. Außerdem kann man e-Mails verschicken und empfangen, Radio hören und in digitaler Qualität fernsehen.
Auf die Frage, ob die asymmetrische, aus schmalbandigem Telefonkanal und breitbandigem DVB- Broadcastkanal bestehende Kombination tatsächlich sinnvoll ist, gibt die typische Internet-Nutzung selbst eine Antwort. Denn sie ist quasi von Natur aus asymmetrisch und zeigt die besondere Eignung hybrider Systeme: Man schickt eine aus wenigen Byte bestehende Adresse und erhält als Antwort ein paar Megabyte Text und Illustration. Insgesamt eine ideale Struktur für das Surfen im Internet. Im übrigen wird das bewährte GSM (Mobiltelefon-)Netz mit der Datenrate von 9,6 kBit/s derzeit ergänzt. Sobald GPRS (General Packet Radio Service) überall eingeführt ist, stehen bis etwa 100 kBit/s zur Verfügung. Voraussichtlich ab 2002 wird es mit UMTS die dritte Generation (3G) von Mobilfunksystemen mit wesentlich höheren Datenraten (theoretisch bis 2 MBit/s) geben. Damit lassen sich dann später auch mobile Systeme der vierten Generation (4G) realisieren, bei denen DVB-T-Broadcasting- Dienste in den Mobiltelefondienst integriert und somit beide Datenströme zusammengefasst werden, wie bereits von NTT DoCoMo in Japan vorgeschlagen.
Drahtlose Kommunikation - lokal
Die Entwicklung in Richtung Wireless Home - also zur drahtlosen Kommunikation über Netze im "Intelligenten Heim" - macht derzeit große Fortschritte. Mit Hilfe eines Wireless Lokal Aerea Networks ("WirelessLAN") lassen sich Büroräume oder auch Privatwohnungen mit Internet-Inhalten sozusagen "ausleuchten". Verwendet wird dabei der Standard IEEE 802.11 mit einer Datenrate von derzeit 11 MBit/s, der - über 22 MBit/s - voraussichtlich bald in Richtung Hyper-LAN mit Datenraten von 56 MBit/s erweitert wird.
Den nächsten logischen Schritt bei dieser Entwicklung bildet ein Home Gateway Terminal, das neben der reinen IP- Funktionalität auch Steuervorgänge - etwa zur Überwachung oder zur Optimierung der Energienutzung - im Heim abwickeln kann und zugleich die Möglichkeit zur (mobil-)telefonischen Fernabfrage von Funktionen oder Geschehnissen im Heim bietet.
Als effizientes Mittel gegen "Kabelsalat" - übrigens auch im SOHO Bereich (Small Office / Home Office) - positioniert sich der Bluetooth-Standard auf den internationalen Märkten. Bluetooth ist speziell für kostengünstige Kurzstrecken-Funkverbindungen zwischen PDAs, Laptops, Handys und anderen (mobilen) Geräten entwickelt worden. Bluetooth-Devices erkennen sich automatisch und bauen eine Netzwerkverbindung auf. Eine eindeutige ID plus Verschlüsselung der Daten sorgt dafür, dass nur Geräte miteinander kommunizieren, denen das "erlaubt" ist. Die Datenrate beträgt bis zu rund 750 kBit/s. Im Interesse geringer Störanfälligkeit arbeitet das System mit einer Spread-Spectrum-Modulation, kombiniert mit Frequenz-Hopping (1600 Frequenzsprünge je Sekunde). Zwischen 2,402 GHz und 2,480 GHz stehen 79 nutzbare Hopping-Frequenzen im Abstand von jeweils 1 MHz zur Verfügung.
"Connectivity-Akku" bringt Mobiltelefon und Bluetooth zusammen
Ein Zukunftsaspekt für den Einsatz von Bluetooth und damit eine weitere Kombination mit Digital Broadcasting ergibt sich, wenn die DVB-Settop-Box über ein mit Bluetooth-Technologie ausgestattetes Handy gesteuert wird, das damit zur Fernbedienung werden kann. Vor allem in der GPRS-Ausführung könnte ein derartiges Mobiltelefon einen relativ breitbandigen Downstream in die Settop-Box oder auf den Fernsehbildschirm realisieren.
Ein anderes konkretes Beispiel für die Bluetooth- Anwendung ist das Set, das einen Connectivity-Akku für das Mobiltelefon Nokia 6210 sowie eine Connectivity-Karte im PCMCIA-Format enthält. Damit lassen sich innerhalb einer Reichweite etwa 10 Metern individuelle, drahtlose Verbindungen zwischen dem Mobiltelefon und jedem Bluetooth-kompatiblen Laptop herstellen: Das Mobiltelefon fungiert dabei als GSM-Modem. Durch Datenübertragungsraten von bis zu 43,2 kbit/s ermöglicht das Connectivity-Set, im Internet zu surfen, e-Mails abzurufen und Faxe zu versenden. Zudem wird die Synchronisierung von Kalender- und Kontaktdaten via Bluetooth zwischen dem Mobiltelefon und PC ermöglicht.
Doch drahtlose Kommunikation von morgen wird sich selbstverständlich nicht auf Anwendungen im Büro oder Heim beschränken. Die Integration der genannten Systeme und Systemkombinationen in Verkehrsmittel aller Art wird den Trend zur mobilen Informationsgesellschaft zusätzlich unterstützen.
Weiterführende Links:
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