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FAQ: Überall Fernsehen

 

DVB-T: Das Überall Fernsehen


Was ist "DVB-T: Das Überall- Fernsehen"?

Während man bei Satellitenempfang und Kabelübertragung immer einen (meist fest verlegten) Antennenanschluss benötigt, ermöglicht das digitale terrestrische Fernsehen erstmals portablen und sogar mobilen Empfang in hoher Qualität. Portabel heißt: Das Gerät ist unabhängig von einer Anschlussdose überall, d.h. in jedem Zimmer oder auch außerhalb der Wohnung, auf der Terrasse, im Garten oder unterwegs empfangsbereit und liefert mit nur einer kleinen Stabantenne erstklassige digitale Bild- und Tonqualität!

Deshalb wird diese Art der Übertragung als "Überall- Fernsehen" bezeichnet. Mobil heißt: Terrestrisches digitales Fernsehen kann darüber hinaus auch während der Fahrt in Fahrzeugen empfangen werden, sei es im Bus, in der Bahn oder sogar im Auto.

Natürlich geht es im Auto nicht darum, den Fahrer durch Fernsehprogramme zu unterhalten (und abzulenken). Ziel ist vielmehr eine zusätzliche Datenübertragung, z.B. für Informations-, Navigations- und/oder Sicherheitssysteme wie multimediale CityGuides oder Ähnliches. Bereits mehrere Auto-Hersteller arbeiten in ihren Forschungs- und Entwicklungsabteilungen mit Hochdruck an entsprechenden Systemen und Anwendungen. Darüber hinaus können natürlich die normalen Programme zur Unterhaltung und Information der Mitfahrer im Fond genutzt werden. Expertengehen davon aus, dass die terrestrische Übertragung, die heute nur noch von weniger als zehn Prozent der Zuschauer genutzt wird, durch diese einzigartigen Vorteile und durch die attraktiven neuen Anwendungen eine Renaissance erleben wird.

Welche Programme bietet das Überall- Fernsehen?

Durch die digitale Übertragungstechnik werden die verfügbaren Fernsehkanäle viel besser ausgenutzt - so kann zukünftig ein Vielfaches an Fernsehprogrammen ausgestrahlt werden. In der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg beispielsweise wird der Zuschauer anstatt heute fünf künftig mehr als 20 Programme über Antenne empfangen können. Und nicht nur das: Durch die Übertragung in sogenannten Datencontainern können nebeneinander Fernsehen und Radio, aber auch neue interaktive Sendungen und multimediale Datendienste übertragen werden. Auch wenn die einzelnen Programmbouquets in den verschiedenen Regionen heute noch nicht endgültig feststehen, ist doch schon sicher, dass selbstverständlich die Hauptprogramme von ARD und ZDF und die jeweiligen regionalen "Dritten" dazugehören werden, darüber hinaus natürlich die wichtigsten privaten Programme wie RTL und SAT.1, sowie weitere, teilweise neue Programme, die es überhaupt nur in digitaler Form gibt. Zusätzliche Radioprogramme und neue interaktive Inhalte bis hin zu Multimediadiensten runden das attraktive Angebot ab.

Braucht man neue Geräte für das Überall- Fernsehen?

Auch wenn die digitalen Programme auf den gleichen Kanälen ausgestrahlt werden wie die heutigen analogen, funktionieren sie doch nach einem völlig anderen Prinzip, so dass sie mit herkömmlichen Fernsehgeräten nicht empfangen werden können. Neue Technik ist also erforderlich! Das muss allerdings nicht gleich ein komplett neues Fernsehgerät sein. Grundsätzlich genügt ein Zusatzgerät, das - ähnlich wie ein Videorecorder oder ein heute üblicher Satellitenreceiver - entweder über die SCART-Buchse oder den Antenneneingang an den Fernseher angeschlossen wird (sogenannte "SetTop-Box": STB). Der Fernsehapparat kann dann weiter für die Wiedergabe genutzt werden, Veränderungen sind dafür nicht erforderlich.

Darüber hinaus wird es natürlich auch neue Fernsehgeräte geben, die den digitalen Empfangsteil gleich eingebaut haben (IDTV = "Integrated Digital TV"), sowie auch tragbare Empfänger, in Größe und Handhabung ähnlich wie ein LapTop. Für den Computerfreak sind auch entsprechende PC-Karten, USB-Boxen und PCMCIA-Karten für PC und LapTop erhältlich.

Erste Exemplare dieser digitalen Zusatzgeräte (SetTop-Boxen) gab es bereits Anfang des Jahres 2002 im Handel. Mit dem Beginn des Regelbetriebs am 1. November vergrößerten sich die Breite und die Vielfalt des Angebots - sowohl bezüglich der Gerätetypen als auch bezüglich der Zahl der Fachgeschäfte - sehr schnell.

Was passiert mit dem jetzigen (analogen) PAL-Fernsehen?

Wie eingangs dargelegt, werden derzeit immer mehr Analogsender abgeschaltet, weil die Zahl der Zuschauer, die ihre Programme auf diesem Weg über Antenne empfangen, immer kleiner und der Sendebetrieb somit für die Programmanbieter unwirtschaftlich wird. Es ist abzusehen, dass - wenn nicht heute energische Maßnahmen ergriffen werden - der analoge terrestrische Sendebetrieb in wenigen Jahren ganz eingestellt sein wird. Damit wäre dem Fernsehen ein wichtiger Verbreitungsweg für immer verloren gegangen. Ein Verbreitungsweg, der über mehr als fünf Jahrzehnte seinen Teil dazu beigetragen hat und noch beiträgt, die Vielfalt und Ausgewogenheit des Angebot sicher zu stellen und für Jedermann zu garantieren.

Will man diesen dritten Verbreitungsweg jedoch weiterhin erhalten, ihn vielleicht sogar weiter ausbauen und für neue Anwendungen und Inhalte nutzen, muss die Übertragung jetzt auf digitale Techniken umgestellt werden! Deshalb kommt der zügigen und konsequenten Einführung des digitalen Überall Fernsehens große Bedeutung zu.

Abschaltung des bisherigen analogen Fernsehens

Allerdings: Auch das digitale Überall- Fernsehen wird die Abschaltung der bisherigen Analogsender nicht verhindern können. Im Gegenteil: Ohne Aufgabe der bisherigen analogen Ausstrahlung kann die Einführung von DVB-T gar nicht realisiert werden. Das dem Rundfunk aufgrund internationaler Vereinbarungen zugewiesene Frequenzspektrum reicht nämlich nicht aus, um analog und digital zugleich und in vergleichbarer Qualität zu senden. Deshalb muss mit der Einführung des digitalen Regelbetriebs nach und nach die Ausstrahlung des analogen terrestrischen Fernsehens zunächst eingeschränkt und schließlich ganz beendet werden. Darauf müssen sich alle Nutzer der analogen Terrestrik, Sendeanstalten wie Zuschauer, rechtzeitig einstellen. Dies gilt ggf. auch für einige Kabelnetzbetreiber, die ihre Programme bzw. einen Teil davon heute noch auf terrestrischem Weg beziehen.

Fakt ist: Die analoge Technik ist nicht mehr konkurrenzfähig!

Weder bezüglich der Zahl der Programme noch bezüglich der Entwicklungsmöglichkeiten für neue Inhalte und Anwendungen. Eine Erneuerung, ein energischer Schritt in die Zukunft ist also geboten, wenn man diesen klassischen Verbreitungsweg nicht nur erhalten, sondern ihn wieder stärken und weiter ausbauen will.

Weiterführende Links:
Entstehung & Begriffe
Zukunft